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Carl Benz (1844-1929)
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Am
25. November 1844 wurde Carl Friedrich
Michael Weiland als Sohn der aus einer
Hugenottenfamilie im rheinpfälzischen
Landstuhl stammenden Josephine Weiland und
deren Verlobten Johann Georg Benz in
Mühlburg, einem heutigen Stadtteil
Karlsruhes, geboren.
Johann Georg Benz kam aus einer
angesehenen Familie der katholischen
Albtalgemeinde Pfaffenroth und konnte sich
im Jahr 1843 seinen Herzenswunsch
erfüllen, Lokomotivführer bei
der Badischen Eisenbahn zu werden.
Dem Verlöbnis und der Geburt des
Sohnes folgten die Hochzeit und ein
glückliches Familienleben, das
allerdings am 21. Juli 1846 mit Johann
Georg Benz' Tod ein jähes Ende
fand.
Obwohl Josephine Benz nur eine schmale
Witwenrente bezog, gelang es ihr durch
Nähtätigkeiten und
Zimmervermietung ihrem einzigen Sohn einer
sehr gute Schulausbildung und den Besuch
der Polytechnischen Hochschule in
Karlsruhe zu ermöglichen.
Josephine Benz hatte für ihren Sohn
ein sicheres Beamtenleben geplant.
Hiergegen sträubte sich der
aufgeweckte Tüftlergeist des
16jährigen Schulabgängers, der
bis dahin bereits mit Begeisterung
physikalische und chemische Experimente
durchgeführt hatte.
Sein vierjähriges Studium in
Karlsruhe, wohin sie mittlerweile gezogen
waren, nutzte Carl Benz nicht nur zum
Erwerb theoretischen Wissens, sondern auch
zu dessen Umsetzung in der Praxis. Nach
dem Studium arbeitete der 20jährige
zwei Jahre lang als einfacher Arbeiter bei
der Karlsruher Maschinenbaugesellschaft,
um sich weitere praktische Kenntnisse und
Fertigkeiten anzueignen.
1866 erfolgte der Umzug von Mutter und
Sohn nach Mannheim, wo Carl Benz wiederum
zwei Jahre lang als Konstrukteur bei einem
Maschinenbauer arbeitete, um im Jahr 1886
nach Pforzheim zum Dampfmaschinen- und
Brückenbauer Benckiser zu
wechseln.
Im Jahr darauf traf er mit Bertha Ringer
zusammen, die ihm nach dem Tod seiner
Mutter im Jahr 1870 größte
Stütze war. Am 20. Juli 1872
heirateten Bertha Ringer und Carl Benz in
Pforzheim, begannen ihr gemeinsames Leben
aber in Mannheim, wo sich Carl Benz mit
dem Mechaniker August Ritter zusammen
selbständig gemacht hatte und eine
"mechanische Werkstätte" betrieb,
deren alleiniger Inhaber Carl Benz im Jahr
1873 wurde.
1876 stand der Betrieb des zweifachen
Familienvaters wegen massiver Geldprobleme
vor dem Ruin. Carl Benz startete jedoch
unverdrossen sein nächstes
Unternehmen, die Produktion von
Zweitakt-Gasmotoren. Finanziell
unterstützt vom Mannheimer
"Hof-Photographen" Emil Bühler,
konnte Carl Benz nicht den erhofften
wirtschaftlichen Erfolg erzielen, weswegen
1882 sein Produktionsbetrieb in eine
Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Carl
Benz hielt nur 10 der 200 Aktien, hatte
kaum noch geschäftlichen Einfluss und
schied deshalb zum Jahresbeginn 1883 aus
dem Unternehmen aus.
Sein ungeheures Entwickler-Talent wurde
kurz darauf von zwei weiteren
Geschäftsleuten erkannt, die mit ihm
zum 1.10.1883 die Firma Benz & Cie
Rheinische Gasmotorenfabrik
gründeten. Die Serienproduktion von
Gasmotoren lief an. Parallel hierzu
beschäftigte sich Carl Benz, unter
anderem durch ein Nachfolgemodell der
Drais'schen
Laufmaschine
dazu angeregt, mit dem "Pferdelosen
Wagen", entwickelte diesen zur Patentreife
und erhielt am 29 Januar 1886 das
Reichspatent für den ersten Wagen mit
Verbrennungsmotor als Selbstfahrer.
Ein Jahr später wurde der
dreirädrige Patent-Motorwagen in
Paris auf einer Ausstellung
präsentiert, brachte aber kaum
Resonanz ein.
Wesentlich werbewirksamer verlief hingegen
Bertha Benz' eintägige Fahrt von
Mannheim nach Pforzheim, die sie im August
1888 mit ihren beiden Söhnen Eugen
und Richard unternahm.
Eine Einladung zur Kraft- und
Maschinenausstellung in München
folgte. Diese Ausstellung bescherte dem
"Selbstfahrer" die höchste
Auszeichnung der Schau, die Große
Medaille.
Erste Verkaufserfolge stellten sich ein.
Carl Benz' Teilhabern erschienen ihre
Einlagen jedoch gefährdet, weswegen
sich Carl Benz neue Finanziers suchte und
fand.
Der mittlerweile fünffache
Familienvater ruhte sich jedoch nicht auf
seinen Meriten aus, sondern entwickelte
seinen Gasmotor ebenso weiter wie seinen
Motorwagen. Vierrädrige Motorkutschen
unterschiedlicher Größe und
Leistung entstanden und brachten steigende
Umsatzzahlen mit sich, die mit 603
verkauften Wagen im Jahr 1900 ihren
Höhepunkt fanden.
Die Produktionsexpansion war teuer
gewesen, die Firmenschulden wuchsen und
Carl Benz ereilte zum zweiten Mal in
seinem Unternehmerdasein das Schicksal,
seine Firma in eine Aktiengesellschaft
umwandeln zu müssen.
Dem badischen Autobauer war mit Gottlieb
Daimler in Canstatt ein Konkurrent
gewachsen, dessen Automodelle moderner als
die Benz-Produkte waren. Carl Benz setzte
nicht auf Modernisierung seiner Fahrzeuge
und musste hinnehmen, dass seine
Konstruktionen bei Wettfahrten denen des
schwäbischen Autobauers häufig
unterlagen.
Die Loyalität im eigenen Unternehmen
begann zu bröckeln, weswegen Carl
Benz im Jahr 1903 aus dem
Tagesgeschäft des Unternehmens
ausschied, allerdings stiller Teilhaber
blieb und von 1904 bis zu seinem Tod dem
Aufsichtsrat angehörte.
Ladenburg wurde die neue Heimatstadt der
Familie Benz. Autos bauten Carl Benz und
seine Söhne Eugen und Richard in der
Firma C. Benz Söhne KG. dort auch,
was die Eigenart mit sich brachte, dass
sowohl in Mannheim als auch in Ladenburg
Benz-Autos entstanden.
Am 1. März 1912 schied Carl Benz als
Gesellschafter aus der neuen Firma aus.
Als Aufsichtsratsmitglied des Mannheimer
Unternehmens erlebte er 1926 noch die
Fusion der Daimler Motorengesellschaft und
der Mannheimer Firma Benz & Cie.
Carl Benz durfte sich bis zu seinem
Lebensende einer beträchtlichen Reihe
von Ehrungen erfreuen, wozu unter anderem
die Ehrendoktorwürde der Technischen
Universität Karlsruhe und die
Würdigung als erster Ehrenbürger
der Stadt Ladenburg zählten.
Am 4. April 1929 starb "Papa Benz", wie er
von vielen seiner Wegbegleiter respekt-
und liebevoll genannt worden war, in
Ladenburg.
Von Rika Wettstein, Baden-Baden
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