Die Insel Mainau - eine Chronik

Um 3000 v. Chr.
Aus dieser Zeit früher Besiedelung des Bodenseeufers stammt auch die aus sechs Häusern bestehende Siedlung, die in den 30er Jahren unseres Jahrhunderts am Südufer der Mainau freigelegt wird.

15 v. Chr.
Das von den Räternbewohnte Land rund um den Bodensee wird römisch, darunter auch die Mainau. Hier befinden sich ein Kastell, auch eine Schiffswerft und eine Flottenbasis des Feldherm Tiberius.

16. Jh. n. Chr.
Die strategisch wertvolle Mainau wird alemannisches Herzogsgut und später Teil eines fränkischen, von Bodman aus verwalteten Königsguts.

724
Die Mainau geht neben anderen Landstreifen des Bodanrück als Geschenk an das mächtige Kloster Reichenau.

1271
Die Mainau wird von dem auf der Reichenau ansässigen Arnold von Langenstein eigenmächtig an die Deutschherren weiter verschenkt.

1272
Das ursprünglich in Sandegg (Thurgau/Schweiz) ansässige Deutschordenshaus wird auf die Mainau verlegt. Die Burganlage wird ausgebaut. Dank eines fortschriftlichen Beamtenwesens und mit zunehmender Macht der Komture nimmt auch der Einfluss des Ordens insgesamt zu, was auch für die Mainau-Komture gilt.

1647
Im 30jährigen Krieg gelangt die Mainau nach einer verheerenden Niederlage gegen die Schweden für einige Monate in deren Besitz. Unter Mitnahme alles Wertvollen - nur das "Schwedenkreuz" bleibt zurück - ziehen die Schweden 1649 von der Insel wieder ab. 1732 Nach langsamer Erholung vom Kriegsgeschehen beginnt der Ordensbaumeister Johann Caspar Bagnato mit dem Bau der neuen Schlosskirche. Sie wird 1739 geweiht.

1739
Baubeginn des neuen Schlosses - mit der Durchführung wird wiederum Bagnato beauftragt. Nach 7jähriger Bauzeit wird das Deutschordensschloss 1746 vollendet.

1806
Die Deutschordenskommende wird aufgelöst und fällt mit allen Besitztümern an das neu gegründete Großherzogtum Baden.

1827
Fürst Nikolaus von Esterházy kauft die Insel, nachdem sie zuvor öfter den Besitzer gewechselt hafte. Er siedelt bereits zahlreiche seltene Pflanzen an.

1853
Der spätere Großherzog Friedrich I. erwirbt die Mainau, die er ordnet und ausbaut mit den Schwerpunkten "Arboretum", "Italienischer Rosengarten" und Orangerie. Von seinen Reisen bringt er viele wertvolle Bäume und exotische Pflanzen mit und schafft somit eine neue Parklandschaft, die Basis für den heutigen Park.

1856
Heirat des Großherzogs mit Prinzessin Luise, Tochter von Augusta und Wilhelm von Preußen, dem späteren preußischen König und deutschen Kaiser Wilhelm I. Sie sind die Urgroßeltern des heutigen Inselbesitzers Graf Lennart Bemadotte.

1907
Tod des Großherzogs. Die Mainau fällt an dessen Sohn, Großherzog Friedrich II., der die Insel seiner Schwester Viktoria, Königin von Schweden, vermacht.

1909
Geburt von Prinz Lennart Nicolaus Paul, Erbfürst von Schweden, Herzog von Smarland, Sohn des Prinzen Wilhelm von Schweden und der russischen Großfürstin Maria Pawlowna.

1930
Tod von Königin Viktoria. Die Mainau fällt bestimmungsgemäß an ihren Sohn Prinz Wilhelm von Schweden.

1932
Prinz Wilhelm überträgt die Verwaltung der Mainau seinem 32jährigen Sohn, Prinz Lennart. Als dieser wegen seiner Heirat mit einer Bürgerlichen auf sämtliche Titel und eine mögliche Thronfolge verzichtet, macht er im gleichen Jahr die Mainau zu seinem neuen Zuhause. Von nun an widmet er sich konsequent ihrer Neugestaltung, öffnet sie dem Publikum und nimmt ständig Verbesserungen und Modernisierungen vor. Heute ist die Mainau das größte touristische Unternehmen am internationalen Bodensee.

1961
Verabschiedung der "Grünen Charta", in der die Mainau sich bereits deutlich zu einer umweltbezogenen Arbeit bekennt.

1974
Die Mainau wird in die gemeinnützige "Lennart-Bernadotte-Stiftung" umgewandelt. Ziele der Stiftung sind u.a. Förderung der Wissenschaften, der Landespflege, des Umwelt- und Denkmalschutzes und der Heimatpflege.

1982
Gräfin Sonja Bernadotte wird zur Mitgeschäftsführerin des Unternehmens ernannt.

1991
Umbennung des Unternehmens in "Blumeninsel Mainau GmbH".

1998
Die Mainau erhält das Öko-Audit-Zertifikat als erster botanischer Garten Europas. Damit stellt sie sich freiwillig, nach erfolgreich absolvierter Prüfung entsprechend der Umweltrichtlinien der EG-Verordnung Nr. 1836/93, strengen Prüfungskriterien. Mit Blick auf die internationale Bodenseeregion wird im September des gleichen Jahres der Verein "Europäisches Kulturforum Mainau" mit dem Ziel gegründet, mittels neuer Aktivitäten und auch als Impulsgeber Menschen auf kultureller Ebene zusammenzuführen. Das gilt für Intiativen auf den Gebieten Musik, Film, darstellende und bildende Kunst in enger Zusammenarbeit mit europäischen Regionen gleichen Ranges.

Hier gets zur Insel Mainau

Mehr über die Insel:
www.mainau.de


Zurück