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Das Markgräfler
Land
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Ohne
die Zähringer und die Herren von
Rötteln ist die Entstehungsgeschichte
des Markgräfler Landes, des Gebietes
zwischen dem Rheinknie bei Basel und dem
Breisgau, nicht denkbar.
Die Herkunft der Herren von Rötteln
ist unbekannt. 1102 erstmals urkundlich
erwähnt haben sie hoch über dem
unteren Wiesental bei Lörrach die
Burg Rötteln, von der das gesamte
"Dreiländereck" der Schweiz,
Frankreichs und Deutschlands
überblickt werden kann, errichten
lassen.
Der letzte männliche Vertreter der
Herren von Rötteln, Liuhold II.,
Dompropst von Basel, verschenkte 1315 die
Herrschaft Rötteln an Nachkommen der
Zähringer.
Die Zähringer waren neben den
Staufern und den Welfen eine der drei
Hochadelsfamilien, die vom 11. bis 13.
Jahrhundert den größten
Einfluss im Südwesten Deutschlands
ausgeübt haben. Vom mittleren Neckar
herkommend, bauten sie ihr Territorium von
Offenburg bis in die Schweiz aus.
Herzog Berthold I. von Zähringen fand
zu Beginn des 11. Jahrhunderts seinen Sohn
Hermann aus erster Ehe mit einer
Grafschaft im Breisgau, Gütern in
Schwaben und einem Markgrafentitel ab.
Hermann I. heiratete Judith von Calw, die
als Mitgift Besitzungen im Ufgau, sowie
die Herrschaft Baden und Backnang mit in
die Ehe brachte. Hermann I. und Judith
wurden die Stammeltern der Zähringer
Seitenlinie der Markgrafen von Baden.
Die Zähringer Hauptlinie starb mit
Herzog Berthold V. im Jahr 1218 aus. Die
Besitzungen gingen an die Herzöge von
Teck und die Grafen von Urach, die sich
später Grafen von Freiburg
nannten.
Die Besitzungen der Markgrafschaft Baden
wurden von Hermann IV. (1160-1190) unter
seinen beiden Söhnen Hermann und
Heinrich geteilt. Der Ältere, Hermann
V., wurde Markgraf von Baden-Baden.
Heinrich wurde Markgraf von
Baden-Hachberg. Die Stammburg der
Hachberg-Linie, die Hachburg oder auch
Hochburg genannt, wurde 1161 gebaut und
gehört heute zur Gemeinde Sexau in
der Nähe Emmendingens.
Die Markgrafen von Hachberg erwarben 1232
die Herrschaft Sausenberg vom Kloster
Sankt Blasien und bauten dort in direkter
Nachbarschaft zur Burg Rötteln die
Sausenburg, in der Nähe der heutigen
Gemeinde Kandern.
1315 verschenkte Liuhold II. von
Rötteln die Herrschaft Rötteln
an die Markgrafen Heinrich von
Hachberg-Sausenberg und Rudolf I. von
Hachberg-Sausenberg. Die von den badischen
Markgrafen abstammenden Nachkommen der
Zähringer hatten damit ihr
Herrschaftsgebiet erweitert.
Die Grafen von Freiburg, die nach dem
Aussterben der Zähringer Hauptlinie
im Jahr 1218 zu Teilen deren Besitzes
gekommen sind, waren im 15. Jahrhundert am
Ende ihrer männlichen
Nachkommenslinie angelangt. Am Ende ihrer
Herrschaft über Freiburg waren sie
bereits 1368 angekommen, als die
Freiburger Bevölkerung sich
freiwillig unter die Herrschaft der
Österreicher begab, wo sie bis 1805
auch blieb. Die Grafen von Freiburg
herrschten allerdings noch über
Badenweiler.
Am 8. September 1444 wurde von Graf Johann
Friedrich von Freiburg vertraglich die
Herrschaft über Badenweiler an Rudolf
IV. von Hachberg-Sausenberg und Hugo von
Hachberg-Sausenberg übertragen. Die
Geschichtsschreiber bezeichnen dieses
Datum als die Geburtsstunde des
Markgräfler Landes, bestehend aus
Rötteln, Sausenberg und
Badenweiler.
Philipp von Hachberg-Sausenberg, der Sohn
Rudolfs IV., sollte der letzte
männliche Nachkomme der Hachbergschen
Seitenlinie der badischen Markgrafen sein.
Durch einen mit Markgraf Christoph von
Baden geschlossenen Erbvertrag aus dem
Jahr 1503 fielen die Besitzungen und
Privilegien an die Markgrafen von Baden,
was zu erheblichen Auseinandersetzungen,
vornehmlich mit den Erben von Philipps
Schwester Johanna führte, weswegen
die mittlerweile entstandene Durlacher
Linie der badischen Markgrafen bei einem
Vergleich 225000 Gulden zahlte. Die
Gebiete blieben bis 1918 im Besitz der
badischen Markgrafen.

Die Burgen Rötteln und Sausenburg
wurden 1678 bei den vom französischen
König Ludwig XIV. initiierten
kriegerischen Auseinandersetzungen im
Pfälzischen Erbfolgekrieg
zerstört.
Das Markgräfler Land gehört
heute zu Baden-Württemberg.
Von Rika Wettstein, Baden-Baden
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