175 Jahre Münzprägung in Karlsruhe

Ausstellung vom 16. März bis 2. Juni 2002
mit der Präsentation "Pflanzstätten" von Sibylle Ritter

Vom Gulden zum Euro

Anlässlich des 175. Jubiläums der Staatlichen Münze in Karlsruhe zeigt das Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Münzen Baden Württemberg und dem Münzkabinett des Badischen Landesmuseums die Ausstellung "Vom Gulden zum Euro".

Von dem für das Bauwesen in der Residenzstadt und ganz Baden zuständigen Oberbaudirektor Friedrich Weinbrenner war die Staatliche Münze - das letzte von ihm geplante Bauwerk - ehemals als klassizistischer, monumentaler städtebaulicher Abschluss der großangelegten Karlstraße gedacht. Da Weinbrenner ein Jahr zuvor starb, führte der Baumeister Friedrich Theodor Fischer die Planungen seines Lehrers aus. Am 9. Februar 1827 wurde hier mit der Prägung der ersten Fünf-Gulden-Stücke aus Rheingold der Betrieb aufgenommen.

Die Ausstellung vermittelt den Besuchern ausführlich die Planungen zu dem Gebäude. Das Raumprogramm und die technischen Einrichtungen, die in enger Zusammenarbeit mit dem Architekt und dem späteren Münzrat Ludwig Kachel erfolgten, sowie die Weiterentwicklung der Produktion mit modernsten Maschinen, sind anhand damaliger Pläne, Exponate, Bilder und Fotos wiedergegeben. Vor dem Hintergrund des politischen Geschehens und der Ge schichte über die Vereinheitlichung des Geldwesens, von der süddeutschen Münzkonvention über das Münzgesetz, von der Währungsreform, der Währungsunion bis zur Einführung des Euro, können sich die Besucher mit den Arbeitsbedingungen, mit der Schmelz- und Prägetechnik vertraut machen. Die heutigen Produktionsmethoden werden mit Dias sowie mit einem Film des SWR, der im Nachkriegskino gezeigt wird, veranschaulicht. Den Münzsammlern lacht das Herz. Münzen über Münzen - von der Goldmark, Reichsmark, D-Mark und den Gedenkmünzen, den Medaillen bis zum Euro. Die für die Karlsruher Münze tätigen Künstler und Medailleure bis zu dem Karlsruher Entwerfer von Centstücken des Euro sind alle vertreten. Nicht zu vergessen, die 50-Pfennig-Münze und der Karlsruher Münzskandal in den 1970er Jahren, als der damalige Direktor Nachprägungen des seltenen 50-Pfennig-Stücks aus dem Jahre 1949 "Bank Deutscher Länder" anfertigen ließ und es dann zu hohen Preisen an Sammler verkauft hat.

"Pflanzstätten" nennt die Künstlerin Sibylle Ritter ihre Präsentation in der Ausstellung, die sich mit der knienden Pflanzerin auf dem Geldstück als Bildhauerin befasst.

Veranstaltungen und Führungen begleiten die Ausstellung.




"Staatliche Münze" Karlsruhe, von Weinbrenner entworfen



Die deutschen Prägestätten:
A = Berlin, D = München, F = Stuttgart, G = Karlsruhe, J = Hamburg


Zurück