Vom badischen Stutengarten zur Landeshauptstadt


Der "Stutengarten" bei Cannstatt war im frühen 13. Jahrhundert eine badische Gründung, wie übrigens auch die ebenfalls später württembergischen Städte Backnang und Besigheim. Mithin war Markgräfin Irmengard von Baden, die Günderin des heute noch bestehenden Klosters Lichtenthal in Baden-Baden, auch "First Lady" im Stuttgarter Nesenbachtal.

Irmengard von Baden entstammt dem "Adlergeschlecht" der Staufer, gleichzeitig aus dem Welfenhaus, dem Geschlecht der Löwen, und war mit Richard Löwenherz von England verwandt. Ihre Tochter Mechthild heiratete den Grafen Ulrich I von "Wirtemberg", und als Mitgift gabs unter anderem den "Stutengarten". Auf frühen Siegeln der Stadt sind deshalb immer Pferde abgebildet und noch heute ist ein Pferd das Wappentier der Stuttgarter.

Frühe Siegel von 1312 und 1343

Erstes Siegel mit nur einem Pferd aus dem Jahre 1433

Das Gebiet um Cannstatt wurde schon von den Römern besiedelt, Zeugnis davon ist ein großes Römerkastell. Das heutige Stuttgart im Talkessel, zu drei Seiten von Weingärten und Waldstücken, im Norden durch den Neckar gesäumt, im Schatten des berühmteren Cannstatt wurde von den Markgrafen von Baden, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zur Stadt erhoben, im 14. Jahrhundert wurde Stuttgart zum Zentrum des württembergischen Territorialstaats ausgebaut.


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